Klinikum Kulmbach

Im Mittelpunkt der Mensch

 
 
 
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Geschichte & Entwicklung des Klinikums Kulmbach

Das Klinikum Kulmbach besteht nun seit über 50 Jahren.

Die Anfänge des Krankenhauswesens in Kulmbach liegen jedoch Jahrhunderte zurück. Im Jahr 1976 konnte das Gebäude des alten Kulmbacher Stadtkrankenhauses sein hundertjähriges Bestehen feiern. Doch bereits lange vor dieser Zeit gab es in der Bierstadt ein Hospital. Schon 1802 wurde am Grünwehr ein Krankenhausgebäude wegen Baufälligkeit für 600 Gulden verkauft.

Der anschließende Neubau wurde dort errichtet, wo bis Mitte der 80er Jahre das Verwaltungsgebäude der Sandlerbrauerei stand. Erst als dieser Bau aus allen Nähten platzte, wurde das alte Stadtkrankenhaus geplant, das dann 1876 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. In den folgenden Jahren wurde das Krankenhaus immer wieder den neuen Ansprüchen entsprechend modernisiert. Auch die Bettenzahl wurde von ursprünglich 57 bis zur Errichtung des neuen Stadt- und Kreiskrankenhauses (heute Klinikum) im Jahr 1960 auf 100 gesteigert.

Neubauplanungen bereits 1938

Mit der Errichtung eines neuen Krankenhauses beschäftigte man sich in Kulmbach seit dem Jahr 1938. Geheimrat Dr. h.c. Fritz Hornschuch stellte zu diesem Zweck eine Spende von einer Million Mark zur Verfügung. Damals scheiterte der Plan am beginnenden zweiten Weltkrieg. Auch nach der Währungsreform dauerte es noch Jahre, bis die Bauplanung beginnen konnte. Nach langen Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Landkreis Kulmbach beschlossen die damals noch kreisfreie Stadt Kulmbach und der Landkreis Kulmbach am 1. Februar 1956 die Gründung des Zweckverbandes Stadt- und Kreiskrankenhaus Kulmbach, um zur gesundheitlichen Betreuung der Bevölkerung ein gemeinsames, längst fälliges Krankenhaus zu errichten. Als Standort wählten die Gremien das Gelände am Blaicher Hang, da hier jederzeit die Möglichkeit der Erweiterung geboten war. Hinzu kam der Vorteil eines schönen, freien Blickes auf die Stadt und die Plassenburg.

Inbetriebnahme des neuen Klinikums mit 210 Betten am 02.09.1960

Am 1. Juni 1958 war Baubeginn für den ersten Bauabschnitt des Krankenhauses, der dann nach zweieinhalbjähriger Bauzeit am 2. September 1960 mit 210 Planbetten in Betrieb genommen werden konnte mit Fachrichtungen für Chirurgie, Innere Medizin sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Erweiterung auf 420 Patientenbetten

Auf Grund der ständigen Überbelegungen des Hauses musste der zweite Bauabschnitt im Jahr 1963 vorzeitig begonnen werden, so dass ab Herbst 1965 eine Gesamtbettenzahl von 420 Planbetten zur Verfügung stand. Als weitere Fachrichtung kam 1965 die Anästhesieabteilung - als erste selbständige Abteilung in Oberfranken - hinzu.

Die Gesamtkosten für die beiden Bauabschnitte betrugen insgesamt 14,7 Millionen D-Mark.

Durch eine rechtzeitige Bettenbedarfsanalyse im Einzugsgebiet und eine umsichtige Bettenplanung war die wirtschaftliche Auslastung des Krankenhauses jederzeit gesichert. Seit dem Jahr 1969 wurde durch die rasante Fortentwicklung und Spezialisierung auf allen Gebieten der Medizin und der Medizintechnik die Planung für den dritten Bauabschnitt des Krankenhauses intensiv vorangetrieben, da auf Grund der schwierigen räumlichen Verhältnisse in den diagnostischen und therapeutischen Bereichen zunehmend Überlastungen auftraten.

Hierzu einige Vergleichsdaten:

  • 1911 gab es 57 Betten im Kulmbacher Krankenhaus und 317 Kranke wurden behandelt
  • Im alten Stadtkrankenhaus standen 1959 100 Betten zur Verfügung
  • Im Jahr 1961 waren es bei 210 Betten 4.591 Patienten
  • Im Jahr 1981 bei 420 Betten 7.836 Patienten
  • 1990 wurden 12.224 Patienten behandelt
  • 2000 15.459 Patienten
  • 2007 19.016 Patienten
  • 2009 20.328 Patienten
  • 2010 20.379 Patienten
  • 2011 20.520 Patienten

Bei Einbeziehung der Reha-Patienten liegt die Zahl der Zugänge über 21.000, da in der geriatrischen Reha 572 und in der orthopädischen Rhea 293 Patienten stationär behandelt wurden. Die Verweildauer der Patienten reduzierte sich vom Jahr 1961 von 18,1 Tagen auf 6,63 Tage im Jahr 2011, bei einer gleichbleibend hohen Auslastung.

Ähnlich wie die Zunahme der Patienten verlief auch die Entwicklung der Personalzahlen. Waren es 1961 noch insgesamt 152 Bedienstete, so hat das Klinikum Kulmbach heute 890,35 Vollkräfte, wovon allein auf den ärztlichen Dienst 153,65, auf den medizinisch-technischen und Funktionsdienst 254,05 sowie auf den Pflegedienst 335 Vollkräfte entfallen.

Über 1.200 Beschäftigte

Die tatsächliche Zahl der Bediensteten - da ja auch viele Teilzeit- und Ausbildungskräfte beschäftigt werden - liegt inzwischen mit der Außenstelle des Klinikums, der Fachklinik Stadtsteinach, bei über 1.200 Beschäftigten.

Der Krankenhausbetrieb hat sich in den vergangenen Jahren zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen entwickelt, das nicht mehr „verwaltet”, sondern „geführt” werden muss, da eine wirtschaftliche Betriebsführung - neben einer optimalen medizinischen Versorgung - im Krankenhaus eine immer größere Rolle spielt. Das Klinikum hat heute einen Jahresumsatz von über 95 Millionen Euro und gehört somit zu den größten Unternehmen im Landkreis Kulmbach.

Mit einem gewissen Stolz kann auch festgestellt werden, dass unser Klinikum bisher immer ohne Zuschüsse seiner Trägerorgane Stadt und Landkreis Kulmbach ausgekommen ist.

Dies ist nicht die Regel in der bundesdeutschen Krankenhauslandschaft, vor allem nicht in den von öffentlicher Hand betriebenen Kliniken.

Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten in den 80er und 90er Jahren

Im Frühjahr 1982 wurde mit den Bauarbeiten zum Bauabschnitt drei begonnen. Im Zuge dieser Maßnahme wurde zur modellhaften Erprobung erstmals in einem Haus der zweiten Versorgungsstufe ein Computertomographiegerät fachlich gebilligt. In diesen Bauabschnitt wurden insgesamt 26,5 Millionen Euro investiert.

In den Jahren 1990 - 1997 wurde der vierte Bauabschnitt des Klinikums - die grundlegende Sanierung und Erweiterung des Pflegebereiches - in drei Phasen durchgeführt. Während dieser Zeit entstand auch die Fachabteilung für Pathologie.

Für diese drei Bauphasen fielen Kosten in Höhe von fast 37,5 Millionen Euro an. Unsere Patienten können nunmehr in einem rundum sanierten und erneuerten Betriebsgebäude mit hochmoderner Medizintechnik behandelt werden, mit allen Annehmlichkeiten und Hilfsmöglichkeiten, die im Notfall Leben retten können.

Hervorragende Spezialisten sind rund um die Uhr für unsere Patienten da. Dazu gehört auch, die in unmittelbarer Nähe des Klinikums installierte Rettungswache mit Hubschrauberlandeplatz, da Klinik und Rettungsdienst Hand in Hand arbeiten müssen, wenn es im Notfall schnell gehen muss.

Im Jahr 1998 erhielt das Klinikum die Genehmigung zur Aufstellung eines Kernspintomographiegerätes. Zur Umsetzung dieser Maßnahme wurde ein Anbau an das Bettenhaus West nach Süden erforderlich. Im gleichen Zug wurde dabei die Personalcafeteria im Untergeschoß des Gebäudeteils erweitert und modernisiert.

Erweiterungsarbeiten ab 2006

Im Jahr 2006 wurden die Arbeiten für den fünften Bauabschnitt abgeschlossen. Im Rahmen dieser Maßnahme wurden eine nochmalige Erweiterung des OP-Bereiches von sechs auf sieben Säle, eine Erweiterung der interdisziplinären Intensivpflegeeinheit von zwölf auf 17 Betten, die Schaffung eines OP-Raumes für urologische Eingriffe, der Neubau der Zentralsterilisation, die Schaffung einer zentralen Aufnahmeabteilung sowie der Neubau einer Palliativstation mit sechs Betten umgesetzt. Der gesamte Bauabschnitt hat rund 16 Millionen Euro an Kosten verursacht.

Das Jahr 2006 wurde auch geprägt durch den sechsten Bauabschnitt, mit dem Einbau eines Herzkatheterlabors, dass im Mai 2007 eröffnet wurde sowie der Verlegung der Endoskopie und der Errichtung eines ambulanten Eingriffsraum. Dieser Bauabschnitt ist mit sechs Millionen Euro zu bewerten.

Technische Neuerungen in den letzten beiden Jahren waren die Anschaffung einer Doppelkopf-Koinzidenz-Gammakamera für nuklearmedizinische Diagnostik inkl. Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sowie eine zweite Gammakamera zur Schilddrüsendiagnostik. Weiterhin wurde im Jahr 2006 der Computertomograph durch einen neuen 64-Zeilen-Tomographen ersetzt und in der Fachabteilung für Magnetresonanztherapie wurde ein zusätzlicher Magnetresonanztomograph angeschafft.

Die ansteigend hohen Patientenzahlen der letzten Jahre machten es erforderlich, dass auf dem bisher nicht aufgestockten Gebäudeteil des Südanbaus eine neue Krankenpflegestation mit insgesamt 19 Betten errichtet wurde. Der Baubeginn war im Juni 2008, die Inbetriebnahme im April 2009. Die Patientenzimmer, welche mit eigener Nasszelle und einer hochwertigen Einrichtung ausgestattet sind, teilen sich in sieben Zweibett- und fünf Einbettzimmer auf.

Derzeit laufen die Arbeiten am 7. BA auf Hochtouren. In der Maßnahme sind vorgesehen, eine interdisziplinäre Notaufnahme mit zehn Betten sowie die Neugestaltung des Zufahrtsbereiches für den Rettungsdienst mit überdachter Halle für zwei Sanitätsfahrzeuge. Weiterhin ist eine Tagesklinik für onkologische Patienten mit zehn Plätzen geplant sowie die Schaffung von Arztdiensträumen für die Neurochirurgie, Innere Medizin und Unfallchirurgie. Daneben sollen die bereits bestehenden Operationssäle aufgrund der starken chirurgischen Ausrichtung des Klinikums durch einen weiteren neurochirurgischen Saal ergänzt werden. Letztendlich wird in diesem Bauabschnitt durch eine Kooperation mit dem Klinikum Bayreuth eine Strahlentherapie am Klinikum Kulmbach errichtet. Diese Einrichtung soll insbesondere onkologischen Patienten lange Wege zu anderen Kliniken ersparen.

Parallel dazu wird nochmals eine zusätzliche Krankenpflegestation im 3. OG Süd mit 25 Betten errichtet, um die ständige Überbelegung des Klinikums zu reduzieren. Vorgesehen sind 9 Doppel- und 7 Einzelzimmer, die komplett vom Klinikum aus Eigenmitteln finanziert werden. Die Arbeiten wurden im April 2010 begonnen und sollen Ende 2010 abgeschlossen werden.

Weitere Maßnahmen, die derzeit umgesetzt werden, sind die Erweiterung der Brandmeldeanlage mit Förderleistungen nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz sowie der Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen in die Lüftungszentralen Nord-Ost und Süd. Diese Maßnahme wird aus dem Förderprogramm „Energiesparen im Krankenhaus” aus dem Konjunkturpaket II des Bundes finanziell unterstützt.

Was soll in naher Zukunft passieren

Vorgesehen ist ein 8. BA des Klinikums, in dem folgende Maßnahmen angedacht sind:

  • Intensivstation mit 10 Betten und Intermediate Care Station mit 6 Betten für die Medizinische Klinik
  • Zweiter Linksherzkathetermessplatz
  • Zusätzlicher OP-Saal
  • Neues Pathologisches Institut
  • Räumlichkeiten für eine Urologische Hauptabteilung
  • Schlaflabor mit 6 Plätzen
  • Verlegung und Neuschaffung von Arztzimmern