Ob Kreißsaal, Intensivstation oder Näherei: Sieben langjährige Mitarbeiter des Klinikums Kulmbach wurden in den Ruhestand verabschiedet. Für Landrat Klaus Peter Söllner war es die letzte Ehrung dieser Art in seiner Amtszeit.
Zum letzten Mal während seiner Amtszeit als Landrat und damit auch als Vorsitzender des Zweckverbandes Klinikum Kulmbach hat Klaus Peter Söllner sieben verdiente Mitarbeiter des Klinikums in den Ruhestand verabschiedet. Er hat einmal nachgerechnet: Rund 1000 Ehrungen langjährig Beschäftigter hat Söllner in dieser Zeit vorgenommen. Ein jeder Einzelne von ihnen habe mitgeholfen, dass das Haus eine Erfolgsgeschichte schreiben konnte. Danke für die geleistete Arbeit sagten auch Geschäftsführerin Brigitte Angermann und Personalratsvorsitzender Frank Wilzok.
Gleich zwei Hebammen, die lange Jahre in der Geburtsklinik tätig gewesen sind, haben ihre Karriere beendet. Als erster dankte Söllner Hermine Bäuerlein aus Zapfendorf. Seit 1982 war sie Hebamme in Kulmbach, 2022 hat sie ihr 40-jähriges Dienstjubiläum gefeiert. Einige Tausend Kinder hat Hermine Bäuerlein in ihrem Beruf auf die Welt geholfen. Inzwischen auch schon die Kinder der Kinder, bei deren Geburt sie einst dabei gewesen ist. „Viele stellen sich den Hebammenberuf recht romantisch vor, mit glücklichen Schwangeren, niedlichen Babys und strahlenden Mamas“, sagte Landrat Söllner. „Der Alltag sieht oftmals anders aus. Hebammen erleben schwierige Familiensituationen vor den Geburten und während der Nachsorgen und manchmal auch schwere Schicksalsschläge.“ Hermine Bäuerlein sei die gute Seele des Kreißsaals gewesen, ein Sympathie- und Vertrauensträger und darüber hinaus eine erfahrene Kraft, die die Studierenden des Studiengangs Hebammenwissenschaften engagiert begleitet hat.
Auch Ute Mötsch aus Kulmbach steht nicht mehr im Kreißsaal bereit, wenn Kinder zur Welt kommen. Sie war 1989 erstmals als Hebamme in Kulmbach tätig, war mehrfach kommissarisch Leitende Hebamme und schließlich seit 2021 Leitende Hebamme. Selbstverständlich, hat auch sie unzähligen Babys auf die Welt geholfen. Darüber hinaus war Ute Mötsch aber auch noch sehr engagiert in anderen Bereichen tätig: Schwangerenschwimmen, Akupunktur, Homöopathie, Rückbildungskurse und Geburtsvorbereitungskurse hat sie angeboten und gehalten. Wo auch immer sie tätig war, habe sie mit äußerster Gewissenhaftigkeit gearbeitet und mit unbiegsamer Entschlossenheit die Frauen fürsorglich betreut, führte Landrat Söllner aus. Mit großem Engagement habe sie auch dazu beigetragen, dass das Klinikum 2013 als „Babyfreundlich“ zertifiziert worden ist und diese Auszeichnung seitdem immer wieder erlangt hat.
Mit Rudolf Rau aus Lichtenfels hat ein verdienter Oberarzt der Notaufnahme nun den Arztberuf aufgegeben. Rudolf Rau hat dabei eine Besonderheit vorgelegt, die durchaus Seltenheitswert hat. Der Mediziner, einst im OP tätig, war schon einmal im Ruhestand, kehrte aber nochmals zurück in den Beruf und hat dabei, wie es Landrat Söllner scherzhaft bemerkte, den „ruhigen OP-Saal gegen die laute, unberechenbare Notaufnahme getauscht“. Dort habe nochmals fast zwei Jahre drangehängt und mit seiner fachlichen Expertise einen wichtigen Beitrag in der Zentralen Notaufnahme am Klinikum geleistet.
Sigrid Nitsche aus Weismain war Mitarbeiterin im Betreuungsdienst auf der Intensivstation 8. Sie war bereits ehrenamtlich im Besuchsdienst tätig, als sie diese Aufgabe im Hauptberuf übernahm. Sie hatte die Aufgabe, in den Abendstunden bestimmte Patienten zu besuchen und sich mit ihnen zu beschäftigen und zu unterhalten. „Patienten konnten so vor einem postoperativen Delir bewahrt werden“, erklärte Klaus Peter Söllner den Hintergrund dieser Tätigkeit. Dabei sei sie für viele zur Vertrauensperson geworden, würdigte der Landrat die Tätigkeit.
Elke Zeitler aus Marktschorgast war mehr als 30 Jahre lang Mitarbeiterin in der Textilpflege und hatte dabei ein großes Aufgabenfeld. Personal einkleiden, Hosen kürzen, Bettwäsche flicken und vieles mehr stand auf ihrem Tagesplan. Wenn Not am Mann war, half sie auch samstags mal in der Bettenabteilung aus. „Elke Zeitler war die gute Seele der Näherei“, betonte der Landrat.
Martina Zeitler aus Trebgast war mehr als 50 Jahre als Pflegefachhelferin am Klinikum tätig, viele Jahre davon auf der kardiologischen Station. Sie habe mit Herzblut ihren Beruf ausgeübt, war für viele eine kompetente Ansprechpartnerin und eine wichtige Stütze im Arbeitsalltag auf der Station. Eigentlich war auch Martina Zeitler schon seit 2021 regulär im Ruhestand. „Doch weil ihr die Tätigkeit und vor allem das Team so viel bedeuteten, blieb sie im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung weiter tätig“, würdigte der Landrat das große Engagement der Trebgasterin.
Margret Seifert aus Kulmbach war als Reinigungskraft am Klinikum und als Springerin in vielen Bereichen fit. Dann wechselte sie in die Pathologie, die damals noch klein im 3. Untergeschoss untergebracht war. Als die Pathologie wuchs und die Reinigung vergeben wurde, hat Margret Seifert unter anderem den Versand der Probengefäße übernommen, eine Tätigkeit, die hohe Sorgfalt erfordert, wie Klaus Peter Söllner ausführte.
Nicht selbstverständlich sei es, wie Personalratsvorsitzender Frank Wilzok sagte, dass Menschen über so viele Jahre, oft von der Ausbildung bis zur Rente, im selben Betrieb tätig sind. Das zeige, dass am Klinikum Kulmbach ganz offensichtlich vieles richtig laufe. Die politischen und wirtschaftlichen Weichen am Klinikum seien richtig gestellt worden. „Da dürfen wir ein Stück weit stolz drauf sein.“





