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Wenn Blasenschmerzen zum Alltag werden

Chronische Blasen- und Beckenschmerzen können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Schmerzen, ständiger Harndrang und häufiges Wasserlassen führen bei vielen Betroffenen zu Einschränkungen im Berufsleben, im sozialen Umfeld und in der persönlichen Lebensqualität.

Im Zentrum für Interstitielle Zystitis (IC) und Beckenschmerz am Klinikum Kulmbach bieten wir Patientinnen und Patienten eine umfassende Diagnostik und eine individuell abgestimmte Behandlung. Dabei arbeiten verschiedene medizinische Fachrichtungen eng zusammen.

Unser Ziel ist es, mögliche Ursachen sorgfältig abzuklären, Beschwerden zu lindern und gemeinsam mit den Betroffenen einen Weg zu mehr Lebensqualität zu entwickeln.

Unser Zentrum in Kulmbach

Seit dem 1. Juli 2026 besteht an der Klinik für Urologie des Klinikum Kulmbach das Zentrum für Interstitielle Zystitis (IC) und Beckenschmerz. Es steht unter der Leitung von Dr. med. Jordan Todorov, Leitender Arzt der Klinik für Urologie.

Unser Zentrum richtet sich an Patientinnen und Patienten mit chronischen Blasen- und Beckenschmerzen. Da hinter diesen Beschwerden unterschiedliche Erkrankungen und Krankheitsmechanismen stehen können, ist eine sorgfältige und umfassende Abklärung besonders wichtig.

Verschiedene medizinische Fachdisziplinen arbeiten deshalb eng zusammen. So können mögliche Ursachen berücksichtigt, andere Erkrankungen ausgeschlossen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten gemeinsam bewertet werden.

Wir verstehen uns als Ansprechpartner für Betroffene sowie als Bindeglied zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und der spezialisierten Versorgung am Klinikum Kulmbach. Im Mittelpunkt stehen eine verständliche Beratung, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein individuell auf die Beschwerden und Lebensumstände abgestimmtes Behandlungskonzept.

Unser Anspruch: Wir nehmen Beschwerden ernst, klären mögliche Ursachen umfassend ab und entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen einen individuellen Weg zu mehr Lebensqualität.

Was ist eine Interstitielle Zystitis?

Die Interstitielle Zystitis (IC), auch Bladder Pain Syndrome (BPS) oder Blasenschmerzsyndrom genannt, ist eine chronische Erkrankung der Harnblase. Sie ist typischerweise mit Schmerzen, Druck oder einem unangenehmen Gefühl im Bereich der Blase verbunden. Hinzu kommen häufig starker Harndrang und häufiges Wasserlassen.

Die Beschwerden können zunächst an eine wiederkehrende Blasenentzündung erinnern. Anders als bei einer bakteriellen Harnwegsinfektion lassen sich jedoch meist keine krankheitsverursachenden Bakterien im Urin nachweisen.

Die Diagnose ist anspruchsvoll, da es keinen einzelnen Test gibt, mit dem eine IC/BPS eindeutig festgestellt werden kann. Gleichzeitig können zahlreiche andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen. Diese müssen im Rahmen einer sorgfältigen Diagnostik abgeklärt beziehungsweise ausgeschlossen werden.

Die Erkrankung kann Frauen und Männer betreffen. Ausprägung und Verlauf sind individuell sehr unterschiedlich. Auch international bestehen unterschiedliche Definitionen und Einteilungen des Krankheitsbildes.

Beschwerden und mögliche Anzeichen

Die Beschwerden einer Interstitiellen Zystitis können unterschiedlich ausgeprägt sein und sich im Verlauf verändern. Typisch sind insbesondere:

  • Schmerzen, Druck oder ein unangenehmes Gefühl im Bereich der Blase und des Beckens
  • zunehmende Beschwerden bei sich füllender Blase
  • vorübergehende Linderung nach dem Wasserlassen
  • starker oder kaum unterdrückbarer Harndrang
  • häufiges Wasserlassen mit teilweise nur kleinen Urinmengen
  • nächtlicher Harndrang und wiederholtes Wasserlassen in der Nacht
  • Schmerzen, die in angrenzende Bereiche des Beckens ausstrahlen können
  • mögliche Verstärkung der Beschwerden durch bestimmte Speisen oder Getränke

Die anhaltenden Beschwerden können den Schlaf, das Berufsleben, soziale Aktivitäten und die persönliche Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Häufig haben Betroffene bereits einen längeren Weg mit wiederkehrenden Untersuchungen und unterschiedlichen Behandlungsversuchen hinter sich.

Da ähnliche Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine fachärztliche Abklärung besonders wichtig.

Mögliche Ursachen

Die genauen Ursachen der Interstitiellen Zystitis sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutlich wirken mehrere Faktoren zusammen. Diskutiert werden unter anderem:

  • eine gestörte Schutz- und Barrierefunktion der Blasenschleimhaut
  • eine erhöhte Durchlässigkeit der Blasenwand
  • entzündliche und immunologische Prozesse
  • Veränderungen der Nervenwahrnehmung und Schmerzverarbeitung
  • Funktionsstörungen oder Verspannungen des Beckenbodens
  • Wechselwirkungen zwischen der Blase und anderen Organen im Beckenbereich

Auch bei chronischen Beckenschmerzen können unterschiedliche körperliche und funktionelle Ursachen beteiligt sein. Beschwerden können unter anderem vom Harntrakt, vom Beckenboden, von den Geschlechtsorganen, vom Darm, vom Bewegungsapparat oder vom Nervensystem ausgehen.

Da sich verschiedene Krankheitsbilder gegenseitig beeinflussen und ähnliche Beschwerden verursachen können, ist eine individuelle und fachübergreifende Betrachtung besonders wichtig.

Diagnostik in unserem Zentrum

Die Diagnose einer Interstitiellen Zystitis beziehungsweise eines Blasenschmerzsyndroms erfolgt nicht durch eine einzelne Untersuchung. Entscheidend ist vielmehr die Gesamtschau der Beschwerden, bisherigen Befunde und bereits durchgeführten Behandlungen.

Am Anfang stehen ein ausführliches ärztliches Gespräch und die sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte. Dabei werden insbesondere Art, Dauer und Verlauf der Beschwerden sowie mögliche Zusammenhänge mit der Blasenfüllung, dem Wasserlassen oder anderen Einflussfaktoren berücksichtigt.

Je nach individueller Situation können zur weiteren Abklärung unter anderem gehören:

  • körperliche und urologische Untersuchungen
  • Urinuntersuchungen zum Ausschluss einer Infektion
  • Ultraschalluntersuchungen
  • Erfassung der Trink- und Toilettengewohnheiten in einem Blasentagebuch
  • standardisierte Fragebögen zur Beurteilung der Beschwerden
  • eine Spiegelung der Harnblase, gegebenenfalls mit weiteren Untersuchungen
  • die Abklärung möglicher gynäkologischer, neurologischer, gastrointestinaler oder den Beckenboden betreffender Ursachen

Ziel der Diagnostik ist es, andere mögliche Erkrankungen als Ursache der Beschwerden zu erkennen oder auszuschließen und die Interstitielle Zystitis möglichst genau einzuordnen. Auf dieser Grundlage entwickeln wir gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept.

Leitender Arzt

Dr. med. Jordan Todorov

Urologie und Kinderurologie

Dr. med. Jordan Todorov

Facharzt für Urologie

Leitung Uroonkologisches Zentrum
Leitung Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Zertifiziert als Beratungsstelle nach den Richtlinien der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V.

Kontakt


Sekretariat Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Albert-Schweitzer-Straße 10
95326 Kulmbach
Telefon: 09221 98-0

E-Mail: service(at)klinikum-kulmbach.de