Das Klinikum Kulmbach schafft neue Räume.
Für die Maßnahmen wurden 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln des Zweckverband Klinikum Kulmbach aufgewandt – ein außergewöhnlicher Beweis für die Leistungsfähigkeit des Klinikum Kulmbach.
Konkret wurde das bisher angemietete Interimsgebäude neben der Notaufnahme, am „Blauen Haus“, gekauft und wird aktuell um eine ganze Etage erhöht. Die Vorbereitung für die Erweiterung laufen bereits seit Mitte Juni. Nach der Montage der neuen Gebäudeteile soll umgehend der Innenausbau beginnen. Die Modulbauweise des neuen Stockwerkes bietet dabei einen großen Vorteil: Sämtliche Räume sind bereits vier Monate nach Montage nutzbar. So ist die Inbetriebnahme, nach einer Test-Phase im Winter 2026, bereits für den Januar 2027 geplant.
Aus dem Interimsgebäude wird damit nun offiziell das „Ambulante Zentrum“.
In der neuen 2. Etage werden sich dann künftig auch zwei ambulante Operationssäle mit Aufwachbereich, Ruheräumen und Nebenräumen für den OP-Betrieb befinden. Aufnahme, operativer Eingriff und Entlassung finden dann in einem Gebäude statt – ein Verlassen des Ambulanten Zentrums ist für die ambulanten Patienten künftig nicht mehr notwendig.
Die 1. Etage bleibt zugleich für alle Patienten unverändert die Anlaufstelle zur OP-Vor- und Nachbereitung.
Das Interimsgebäude sollte ursprünglich nur eine Übergangslösung sein, um Bettenkapazitäten während des umfangreichen 2. Bauabschnittes zu erhalten. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen war eigentlich der Abbau geplant. Doch bereits während der Corona-Pandemie hat sich der Interimsbau als wertvoll erwiesen, da dort die Corona-Stationen isoliert vom regulären Klinikbetrieb untergebracht werden konnten.
Auch nach der Pandemie spielte das Interimsgebäude eine zentrale Rolle im Klinikbetrieb, da seit Sommer 2022 dort alle ambulant zu operierenden Patienten aufgenommen, auf die OP vorbereitet und nach der OP bis zur Entlassung nachbetreut werden. Auch die stationären elektiven Patienten, die am Aufnahmetag operiert werden, werden mittlerweile dort aufgenommen und auf die OP vorbereitet. Da diese Patienten erst nach der OP auf die Normalstation weiterverlegt werden, können auf diese Weise jährlich 6000 Patienten im Interimsgebäude aufgenommen und auf die OP vorbereitet werden – eine spürbare Entlastung für die Normalstationen.
Aktuelle Reformen des Gesetzgebers fördern nun durch eine Ausweitung des Katalogs für ambulante Operationen und neue Abrechnungsformen besonders die ambulante Versorgung der Patienten. Ein stationärer Aufenthalt ist durch moderne Medizin und neue Therapien in vielen Fällen ohnehin nicht mehr nötig. Um den vielen ambulanten Patienten auch künftig eine gute Versorgung zu bieten, war die Anpassung der bisherigen Strukturen sinnvoll.
Die Aufstockung sollte schließlich, wie der Rest des Bestandgebäudes, in Modul-Bauweise erfolgen. Die einzelnen „Bausteine“ wurden von der Fa. Cadolto Modulbau gefertigt. Die bereits bestehenden beiden Etagen wurden 2018 in Cadolzburg bei Fürth gebaut – das nun ergänzende Stockwerk wurde hingegen im Werk Krölpa in Thüringen hergestellt.
Dafür wurde der, bislang nur angemietete, Interimsbau gekauft und in den Bestand aufgenommen.
In den vergangenen Wochen fanden schließlich Rückbau-Maßnahmen statt, die eine Stockwerksergänzung ermöglichten. Künftig soll schließlich auch das „Blaue Haus“ mit der neuen Etage verbunden sein und der bestehende Aufzug einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Ein Schwerlast-Kran wurde dafür vor dem ehemaligen Notaufnahme-Zugang platziert, um das bestehende Dach abzutragen und eine tragende Unterkonstruktion in Form eines Stahlgerüstes zu montieren.
Nun fand der letzte Schritt der umfangreichen Erweiterungsarbeiten statt, wozu auch die Albert-Schweitzer-Straße für eine Woche teilweise blockiert werden musste:
Die vorgefertigten Modulbauteile sind bereits mit Strom- und Wasserleitungen, sowie Verkleidungen ausgestattet und bringen darum jeweils über 40 Tonnen auf die Waage.
Daher mussten sämtliche Modulteile einzeln auf speziellen Schwerlast-Transportern mit einer Gesamtlänge von teilweise 36 Metern gebracht werden – zu lange für den Kurvenradius am Wendekreis vor dem Klinikum. Eine Direktanlieferung vor die Notaufnahme war damit nicht möglich.
So wurde ein zweiter Kran direkt auf dem Wendekreis platziert, der die Module von den anliefernden Transporten auf einen speziellen Umsetzer umlädt. Dieser Umsetz-Transporter pendelt in gerader Linie vom Wendekreis zur Notaufnahme und bewegt die Module schließlich in Reichweite des ersten Krans am Interimsbau. So können die vielen Gebäudeteile schnell, sicher und effektiv verbaut werden.
Aus diesem Grund war eine Sperrung des Wendekreises, sowie des Abzweiges zur Notaufnahme, nötig. Der Verkehr wurde während der Sperrung südlich des Klinikums umgeleitet – Rettungsdienste und Mitarbeiter nutzten den Zufahrtsweg östlich über den Wirtschaftshof; Besucher konnten die Parkhäuser westlich direkt über die Albert-Schweitzer-Straße anfahren. Im Parkhaus P1 wurde die Ausfahrt gleichzeitig als Einfahrt genutzt.
Die Bushaltestelle befand sich für diesen Zeitraum ebenfalls südlich, vor dem Abzweig zum Hubschrauberlandeplatz.
Für eine reibungslose Umleitung des Verkehrs sorgten Mitarbeiter der Haustechnik.
Geschäftsführerin Brigitte Angermann zieht eine positive Zwischenbilanz:
„Die für alle Beteiligten sehr anspruchsvolle Baumaßnahme verlief bisher absolut reibungslos. Alle Verkehrsteilnehmer haben viel Verständnis gezeigt und den Anweisungen der Mitarbeiter Folge geleistet. Für die Rettungsdienste kommt es aufgrund der südlich vorhandenen Umfahrung des Klinikums zu keinerlei Verzögerungen. Allen Beteiligten gilt daher schon jetzt der Dank des Klinikums.“





