„Das Klinikum ist für manche zur Heimat geworden“
Vier Jahrzehnte im öffentlichen Dienst: Drei Beschäftigte des Klinikum Kulmbach sind für ihre langjährige Treue geehrt worden. Bei der Feierstunde würdigten Landrat Jonas Gleich und Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack ihre Lebensleistung. Zugleich ging es um Zusammenhalt und die Herausforderungen für das Gesundheitswesen.
Vier Jahrzehnte im öffentlichen Dienst – das sind nicht nur viele Jahre im Beruf, sondern auch unzählige Begegnungen, Erfahrungen und Veränderungen. Drei Beschäftigte des Klinikum Kulmbach, Susanne Bernstein, Andrea Dembowski und Kerstin Wolfrum, haben diesen langen Weg zurückgelegt und sind für ihr 40-jähriges Dienstjubiläum ausgezeichnet worden. Bei einer Feierstunde würdigten Landrat Jonas Gleich, Vorsitzender des Zweckverbands Klinikum Kulmbach, dessen stellvertretender Vorsitzender, Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack, Geschäftsführerin Brigitte Angermann und Personalratsvorsitzender Frank Wilzok die langjährige Verbundenheit der Jubilare mit dem Klinikum.
Für Landrat Jonas Gleich gehört es zu den schönsten Aufgaben seines Amtes, Menschen für eine so lange Zeit im Dienst zu ehren. Schließlich gehe es darum, Lebensleistungen anzuerkennen, sagte er. Dabei hob er hervor, wie wichtig jeder einzelne Mensch und jede einzelne Aufgabe für das Funktionieren des Klinikums seien. „Das System würde Schlagseite bekommen und ins Wanken geraten, wenn nicht alle an ihrer Stelle tätig wären“, betonte Gleich.
Das Klinikum sei für viele längst mehr als ein Arbeitsplatz. Es sei „zu unserem Haus geworden, zur Heimat für so manchen“. Dass Menschen über Jahrzehnte hinweg dort tätig blieben, zeige für ihn auch, dass vieles richtig gemacht werde. Das Leitmotiv des Klinikum Kulmbach sei seit jeher: „Im Mittelpunkt der Mensch.“ Dieser Anspruch gelte nicht nur für die Patienten, sondern ebenso für die Beschäftigten.
Menschen als Fundament des Klinikums
Auch Oberbürgermeister Dr. Ralf Hartnack würdigte die Leistung der drei Beschäftigten. Der gelernte Statiker zog dabei einen Vergleich aus seinem Beruf: Menschen in der Gesundheitspflege seien das Fundament eines Klinikums. „Ohne sie wäre der Betrieb nicht möglich“, sagte Hartnack.
Vier Jahrzehnte am selben Arbeitsplatz zu verbringen, sei eine außergewöhnliche Leistung. Gerade mit Blick auf jüngere Generationen werde eine so lange Betriebszugehörigkeit möglicherweise seltener. Der Trend gehe heute häufiger dahin, im Laufe des Berufslebens den Arbeitsplatz zu wechseln. Umso bemerkenswerter sei es, wenn Menschen einem Arbeitgeber über so viele Jahre treu blieben. Das sei ein besonderer Anlass, innezuhalten und Danke zu sagen.
„Nur gemeinsam geht es“
Personalratsvorsitzender Frank Wilzok schloss sich den Glückwünschen und dem Dank an. Er betonte, dass die Beschäftigten am Klinikum ihr Bestes gäben. Zugleich richtete er den Blick auf die gesundheitspolitischen Herausforderungen und die zunehmenden Sparzwänge, die Krankenhäuser unter Druck setzen.
„Es kann nicht sein, dass wir durch Sparmaßnahmen gezwungen werden“, mahnte Wilzok. Wer dem Klinikum immer engere Grenzen setze, müsse bedenken, dass sich die Folgen letztlich auch bei den Patienten bemerkbar machen könnten. Die See werde rauer, sagte der Personalratsvorsitzende. Dennoch sei das Klinikum gut aufgestellt: Das Schiff habe einen guten Kapitän an Bord, brauche aber ebenso gute Ruderer, die es in Bewegung hielten.
Seine Botschaft war eindeutig: Die Zukunft des Klinikums lasse sich nur im Team gestalten. „Nur gemeinsam geht es“, sagte Wilzok. Die Ehrung der drei langjährigen Beschäftigten machte dabei deutlich, wie wertvoll Erfahrung, Verlässlichkeit und Zusammenhalt für ein Krankenhaus sind – gerade in Zeiten, in denen die Herausforderungen größer werden.
40 Jahre dabei
Susanne Bernstein, Arzthelferin mit Röntgenschein in der Radiologie (Kulmbach): Seit 1988 arbeitet Susanne Bernstein in der Radiologie des Klinikums und hat dort den Wandel von der klassischen Filmentwicklung in der Dunkelkammer bis zur modernen digitalen Bildgebung miterlebt. Auf neue technische Systeme stellte sie sich problemlos ein. Mit ihrer langjährigen Erfahrung ist sie eine verlässliche Stütze für das Team – bei Fragen heißt es oft: „Frag doch mal Susi.“ Ihre freundliche, offene und soziale Art schätzen Kollegen, Vorgesetzte und Patienten gleichermaßen. Besonders gelingt es ihr, Patienten Ängste vor Untersuchungen zu nehmen. Auch mit der Organisation gemeinsamer Aktivitäten stärkt sie den Zusammenhalt in der Abteilung.
Andrea Dembowski, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf Station 4-B (Kirchlein): Andrea Dembowski arbeitet seit 1988 als Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum und ist heute eine erfahrene Fachkraft auf der unfallchirurgischen und orthopädischen Station 4-B. Ihre Patienten betreut sie mit großer Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit und Empathie. Besonders geschätzt wird ihr offener, zugewandter Umgang mit Menschen: Sie begegnet ihnen auf Augenhöhe und zeigt ehrliches Interesse. Auch im Team ist sie eine wichtige Stütze. Ihre Kollegen und Vorgesetzten schätzen vor allem ihre besonnene Art – so schnell bringt Andrea Dembowski nichts aus der Ruhe.
Kerstin Wolfrum, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Gefäßchirurgie und Nephrologie, zuletzt Station 4-A (Mainleus): Seit ihrem Examen im Jahr 1989 ist Kerstin Wolfrum mit ganzem Herzen in der Pflege tätig. Im Laufe ihrer langjährigen Arbeit am Klinikum hat sie zahlreiche Stationen kennengelernt und ist heute auf der Gefäßchirurgie und Nephrologie eine wertvolle Stütze für ihr Team. Sie überzeugt durch Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und ihre herzliche Art. Weil sie immer ein offenes Ohr für andere hat und ihren Kolleginnen und Kollegen mit Rat und Wärme zur Seite steht, wird sie liebevoll die „Mama der Station“ genannt. Ihr Einsatz und ihr ausgeprägter Sinn für Zusammenhalt bereichern das gesamte Stationsteam.





