Bei Wechseloperationen an der Hüfte kann es vorkommen, dass im Bereich der Hüftpfanne bereits größere Knochendefekte bestehen. In solchen Fällen bietet der vorhandene Knochen nicht mehr genügend Stabilität, um eine herkömmliche Hüftpfanne sicher zu verankern.
Um dennoch eine stabile Versorgung zu ermöglichen, wird der Knochendefekt zunächst mit körpereigenem oder gespendetem Knochenmaterial (Knochenaufbau) rekonstruiert. Anschließend wird eine sogenannte Pfannenstützschale eingesetzt. Diese spezielle Metallkonstruktion stabilisiert die rekonstruierte Hüftpfanne und schafft eine sichere Grundlage für die weitere Versorgung.
In die Pfannenstützschale wird anschließend eine Hüftpfanne aus hochvernetztem Polyethylen einzementiert. Dieses Verfahren ermöglicht auch bei ausgeprägten Knochendefekten eine stabile Rekonstruktion des Hüftgelenks und stellt die Funktion sowie Belastbarkeit des Gelenks bestmöglich wieder her.
Pfannenstützschalen kommen insbesondere bei komplexen Wechseloperationen zum Einsatz und gehören zu den spezialisierten Verfahren der Revisionsendoprothetik.
Unfallchirurgie und Orthopädie
Dr. med. Gerhard Finkenzeller
Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Spezielle Unfallchirurgie
Barbara Boer
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