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    Chronische Reizblase

    Unter dem Begriff chronische Reizblase werden viele chronische Symptome und letztlich in Bezug auf die Blase zusammengefasst. Dahinter können sich verschiedene Diagnosen verbergen. Im Wesentlichen liegt eine Überaktivität der Blase vor, die aber verschiedene Ursachen haben kann.

    Eine Ursache bzw. Diagnose davon ist die neurogene überaktive Blase (Link: Überaktive Blase), eine weitere die interstitielle Cystitis, welche aber erst nach einer Gewebeprobe aus der Blase nachgewiesen werden kann. Soweit muss man nicht immer gehen, da bei der Therapie eine Symptomlinderung im Vordergrund steht.

    Bei den Beschwerden stehen die Drangbeschwerden im Vordergrund, dabei ist die Blase oft nur leicht gefüllt. Die Symptome oft von Brennen beim Wasserlassen begleitet und können bis hin zu krampfartigen Unterleibsschmerzen reichen. Im fortgeschrittenen Stadium ohne Therapie ist die Lebensqualität der Patienten derartig eingeschränkt, da sich der Tagesablauf nur noch um die Toilettengänge dreht. Die Beschwerden können durch falsche Verhaltensweisen und Scheu, über das Problem zu sprechen weiter verstärkt werden. Zum Teil sind die Symptome täglich präsent, können aber auch schubweise mehrmals im Jahr auftreten, wobei man bei über 6 Beschwerdeintervallen pro Jahr von einer chronischen Reizblase spricht.

    Die typischen Symptome sind häufiger Harndrang, ohne dass die Blase bereits gefüllt ist, Urinmengen in kleinen Portionen, krampfartige Schmerzen im Unterleib, Brennen beim Wasserlassen, kaum oder keine Linderung nach dem Wasserlassen und Beschwerden eher am Tag als nachts. Insgesamt sind Frauen häufiger betroffen. Das liegt an der unterschiedlichen Anatomie mit einer viel kürzeren Harnröhre und damit häufigerer Infekt-Neigung und an einer Funktion der Frau im Rahmen der Natur mit zyklusbedingten Hormonschwankungen sowie Veränderungen im Zusammenspiel der Hormone während und nach den Wechseljahren. Die Reizblase ein somit Problem, dass Frauen in jedem Alter betreffen kann, aber mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an den Beschwerden zu leiden. Die Patientinnen geben auch oft zusätzliche Beschwerden Menstruationszyklus und Sexualleben an.

    Die Therapie kann meistens konservativ erfolgen. Oft reicht eine medikamentöse Blasendämpfung. Oft braucht man verschiedene Behandlungen in Kombination nacheinander oder nebeneinander. Zum Teil muss aber auch ein oder mehrere Medikamente in die Blase eingebracht werden. Eine Blasenüberdehnung (Blasendistension) kann die funktionelle Blasenkapazität verbessern. Dabei werden lokale Anästhetika in die Blase per Katheter appliziert um Schmerzen dabei zu vermeiden. Anschließend wird die Blase soweit möglich aufgefüllt.

    Beste Erfahrungen hat man mit der E.M.D.A.-Therapie (Elektro Motive Drug Administration) gemacht, die wir ambulant oft in mehreren Sitzungen anbieten können. Jährlich werden ca. 50 E.M.D.A.-Therapien ambulant bei uns durchgeführt. Man benötigt zwar oft mehrere Sitzungen. Das ist aber immer noch besser, als sich beim Einkaufsbummel durch die Stadt mit allen öffentlichen Toiletten anfreunden zu müssen.

    Die Wirkungsweise ist aus dem Bereich der Elekrophorese. Hierbei elektrisches Feld erzeugt über einen schmerzfrei in die Harnblase eingelegten „Spezial“-Katheter (mit Elektrode). Die Gegenelektrode wird im Unterbauch aufgelegt und vorher mit leitfähigem Gel beschichtet. Die aktiven Wirkstoffe werden über den Katheter in die Blase dazugegeben. Durch die Einwirkzeit von 15-45 Minuten (je nach Substanzen und Diagnose) und die Endringtiefe der Wirkstoffe in die Blasenschichten wird der therapeutische Effekt bestimmt. Die Sitzungen können in verschiedenen Stufen kombiniert werden, d.h. E.M.D.A. kann mit diversen Medikamentenbeladungen zur Blasendehnung und/oder zur symptomatischen Schmerzlinderung in verschiedenen Stufen durchgeführt werden. Das richtet sich nach der Art der Hauptbeschwerden oder auch nach der zugrunde liegenden Diagnose. Zugegebene Medikamente können sein: Naropin, Epinephrin, Dexamethason, Penthosan, Hyaloronsäure, Lidocain oder Oxybutinin etc.

    So kann unter dem Gesamtbegriff chronische Reizblase eine interstitielle Cystitis, chronische bakterielle Cystitis, unspezifische oder bakterielle Prostatitis oder auch eine Chemo-Therapie ürsächlich für eine Reizblase sein. Durch E.M.D.A.-Therapie kann unabhängig von der ursächlichen Therapie eine deutliche Symptomverbesserung und auch Beschwerdefreiheit erreicht werden.

    Leitender Arzt

    Urologie

    Dr. med. Jordan Todorov

    Facharzt für Urologie

    Zertifiziert als Beratungsstelle nach den Richtlinien der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V.

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    Tina Eisermann

    Albert-Schweitzer-Straße 10
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